Dahliengarten Hamburg 2008

Die längste Saison seit Jahren

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir im letzten Jahrzehnt einmal solange offen hatten. Erst am Sonntag, den 26. Oktober 2008, schlossen wir die Dahliengarten-Pforten. Es war eine Klasse-Saison mit vielen, vielen neuen Rekorden. 628 Dahliensorten blühten diesmal um die Wette (Die im Frühjahr eingearbeiteten 100 Tonnen (!!) Rindermist hatten ihnen sichtlich gut getan). Und dass fast 300 (!!) Medien über uns diese Saison berichteten, war schlichtweg sensationell. Schade nur, dass unsere „Kalinka“ ihre Wachstums-Bemühungen bei 2, 92 Meter einstellte….

EM-Fieber auch im Dahliengarten

Ganz Deutschland war im EM-Rausch. Auch unser Dahliengarten-Team 2008 Claudia, Gerd, Arley, Kalle, Michael und meine Wenigkeit verfolgten mit Riesen-Interesse die Klasse-Spiele. Ich bin der leidenschaftlichste Fußball-Fan in der Mannschaft: Wenn Ballack & Co spielen, möchte ich nicht meinen Blutdruck messen. Der liegt sicher nahe 200. Schade, dass Jogi Löw unseren Wachhund Felix nicht für sein Aufgebot nominiert hatte. An unserem Felix kommt keiner mit einem Ball vorbei. Mit Garantie. Das ist ein richtiger Ball-Beißer. Auch dahlienmässig ist unsere Anlage fast EM-würdig. Von 8 Nationen der teilnehmenden 16 Länder konnte er Dahlien-Züchtungen präsentieren: „Gruss aus Waldhaus“ (Schweiz), “Biedermannsdorf“ (Österreich), “Glorie von Hemsteede“ (Niederlande), “Nuit d’Ete“ (Frankreich), „Mirka“ (Tschechien), “Stadt Hamburg“ (Deutschland), “Kaprys“ (Polen) und “Rabac“ (Kroatien).“

Die 88 Jahre Feier

Selbst ich, das sonstige „Konditionswunder, war am Sonntag-Abend, den 31. August 2008,  sichtlich geschafft. Bei unserer Geburtstags-Feier „88 Jahre Hamburg“ wurden wir regelrecht überrannt. Ich als gebürtiger Münchner fühlte mich wie beim Oktoberfest. Phantastisch, was unsere Blumen-Anlage für eine Resonanz im In – und Ausland erfährt. Und der liebe Petrus spielte mit. Es war richtiges Kaiser-Wetter. Richtig perplex war ich, dass gleich fünfundvierzig 88jährige sich bei uns ihr Überraschungs-Präsent abholten (Eine wunderschöne Erinnerungs-Urkunde und einen Dahlien-Strauß). Sogar aus Berlin war eine Dame extra zu uns angereist.  Und ein paar weitere Notizen von mir zu dieser Jubiläums-Feier:
 
* Ich kann mich in meiner ganzen Dahliengarten-Laufbahn nicht erinnern, dass so viele Dahlien-Infoblätter von den Besuchern an einem Tag mitgenommen wurden. Wir kamen kaum mit dem Nachfüllen nach.
* Vielen, vielen Dank auch an meine Mitarbeiter Claudia, Gerd und Arley. Ihr habt kräftig mitgeholfen, dass dies ein perfektes Geburtstags-Fest wurde.
* Und was für ein einmaliges 88er Programm wurde den Tausenden von Besuchern geboten. Mehr als neugierig waren viele auf das Probieren von unserem Dahlien-Likör. Geplant waren natürlich 88 Schnaps-Gläser, ausgeschenkt haben wir weit über 100. Eine Besucherin scherzhaft: „Hoffentlich sehe ich danach nicht statt 15.000 Dahlien plötzlich 30.000….“
* Eine lange Schlange bildete sich an unserer Gratis-Tombola-Ausgabe (Selbstverständlich wurden auch wieder 88 Preise verlost). Erika Schmelz aus Kiel meinte: „Im Dahliengarten wird man aber verwöhnt.“
* Aber am begehrtesten waren natürlich unsere 88 Gratis-Dahlien-Sträuße. Den Blumen-Ausgabeplatz hatte ich mit rot-weißem Flatterband gesichert. Bei der Los-Ausgabe hätte ich zwei Bodyguards benötigt.
* Und ein weiter 88er Gag. Kiosk-Horst spendierte um 16.00 Uhr 88 Steckerl-Eis für Kinder. Die waren rucki-zucki weg.
* Und immer, immer wieder: Riesenlob für den Pflegezustand der Anlage. Viele Besucher meinten: „Da sieht man ja nicht eine verblühte Dahlie.“  -  Und niemand wollte glauben, dass nur vier Gärtner dieses 1 1&Mac218;2 Hektar große Dahlien-Paradies betreuen.

 
Das Fazit: Ein phantastischer Tag mit einem sensationellen Besucher-Andrang. Das war auch der verdiente Lohn für die wochenlangen Vorarbeiten des Dahliengarten-Teams. Was für eine Reklame auchfür das Bezirksamt Altona.

Otto kam, jodelte und taufte

Eine Komiker-Legende wie Otto Waalkes (60) bringt alle und alles zum Lachen. Selbst die Sonne. Sie strahlte am Sonntag, den 18. September 2008, kräftig und verschmitzt vom blauen Himmel, als Otto exakt um 14:36 Uhr mit Elbwasser seine feuerrote Dahlie taufte. Otto sichtlich bewegt: „Ich bin sehr, sehr stolz, dass jetzt eine Blume meinen Namen trägt.“ Was war das für ein Medien-Ansturm auf das blühende Hamburger Dahlien-Paradies. Ich notierte 5 Fernseh-Sender, 5 Radio-Stationen, 17 Leute der schreibenden Presse, plus 2 Bild- und 3 Nachrichten-Agenturen. Sensationell!! Vollgas hatte auch mein Dahliengarten-Team Claudia, Gerd und Arley gegeben. Sie gestalteten ein wunderschönes Taufgesteck und die Steckarbeit mit den großen lila Buchstaben O – T – T – O war einfach eine Wucht. Eine mehr als zweistündige Arbeit mit den 6 Dahlien-Sorten „Ivanetti“, „Albert Schöffel“, „Bad Ahrweiler“, „Safe Shot“, „Gretchen“ und „Sieckmanns Feuerball“. Und ich lieferte einen weiteren Gag. Dem Tauf-Thema entsprechend kam ich in einem aufblasbaren Elefanten-Kostüm, quasi als lebender Ottifant. Dieser Karnevals-Knaller war praktisch schon ausverkauft, aber über zehn Ecken klappte es dann doch noch. Was Otto besonders rührte: Neun Kinder der KITA am Volkspark schwenkten begeistert knallgelbe Ottifanten-Fähnchen. Und der Züchter der Otto-Dahlie, der Österreicher Peter Haslhofer, flippte vor Stolz und Freunde fast aus: „I frei mi, i frei mi so.“ Das klang ja fast schon wie in der legendären Cordoba-Reportage: „I wer naarisch“. Eine sehr gelungene Laudatio auf Otto Waalkes hielt der Bau-Dezernent des Bezirksamt Altona, Dr. Reinhold Gütter („An diesem Text hatte ich eine ganze Nacht lang gefeilt“). Und dann folgte die große Otto-Show für die Medien. Für das „HAMBURGER JOURNAL“ spielte er die Wetterfee, für „RTL“ küsste er seine Otto-Dahlien, hielt eine wie ein Mikrofon in der Hand, und fragte sie: „Hallo, Dahlie, kannst du auch sprechen??“ Für den Fernseh-Sender „HH1“ witzelte er mit dem Moderator darüber, was eine Kaktus-Dahlie auszeichnet. Fazit: Eine phantastische Veranstaltung, ein Otto Waalkes in Hochform und eine phänomenale Reklame für den Dahliengarten Hamburg und das Bezirksamt Altona. Innerhalb von nur zwei Tagen erschienen Berichte über diese Taufe in mehr als 100 (!!!!) Zeitungen…..

„Otto’s Thrill“ gewinnt in Hamburg

24.613 Dahliengarten-Besucher gaben ihre Stimmzettel im Dahliengarten Hamburg an der Stadionstrasse ab. Unter 14.225 Dahlien konnten 628 Sorten angewählt werden. Die „Dahlie des Jahres 2008“ heisst„Otto’s Thrill“ (Dekorativ-Dahlie; rosa; Blüte: 25 cm; Höhe: 120 cm; Züchter: Aumiller, Otto, USA, 1956). Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Sorten „Maxime“ und „Tartan“.
 
Obwohl ich alle Dahlien mag, die „Otto’s Thrill“ ist seit Jahren mein absoluter Liebling Nr.1. Endlich hat sie einmal die Publikums-Wahl gewonnen. Ein Traum von einer Dahlie. Darum steht sie bei uns auch gleich als erste am Kiosk-Eingang. Sie ist sicher die am meisten fotografierte Sorte in unserer Anlage. Auffällig bei der „Otto’s Thrill“ sind ihre riesigen Blätter und ihren gewaltigen rosa Blüten. Bei meinen vielen Führungen löst diese Sorte bei den Teilnehmern immer Begeisterung aus. Ich kann die „Otto’s Thrill“ allen Gartenfreunden nur wärmstens empfehlen.

Vier Meter hoher mexikanischer Totempfahl

Die nächste Superattraktion steht seit September 2008 im Dahliengarten Hamburg: Ein mexikanischer-aztekischer Totempfahl. Und er passt natürlich perfekt zu den Dahlien, da Mexiko bekanntlich das Ursprungsland der Dahlien ist. Übrigens, der Spanier Hernando Cortez dürfte diese Blumen um das Jahr 1520 als erster Europäer in den prächtigen Garten-Anlagen der Azteken in Mexiko gesehen haben. Dieser Totem-Pfahl: Eine beeindruckende künstlerische Gestaltung und Spende vom  berühmten Säge-Künstler Toralf Ollesch (www.holzkunst-ollesch.de).

Eine Dahlie namens „Rolf Hofmann“

Jetzt gibt es sogar eine „Rolf Hofmann-Dahlie“. Gezüchtet wurde die rosafarbene Sorte vom  Dahlienzüchter Ernst Hilscher aus Ingolstadt. Seine Meinung: „Keiner hat in den letzten Jahren in ganz Deutschland mehr Werbung für Dahlien gemacht als Hamburgs Dahliengarten-Chef Rolf Hofmann. Diese Blumen-Ehrung hat er schon lange verdient.“  -  Ich meinte dazu: „Lieber Ernstl, du weißt, ich mache mir nichts aus Auszeichnungen. Aber heimlich habe ich mich doch riesig gefreut. Danke für die Ehre!!“  -  Die „Rolf Hofmann“ wird hoffentlich noch viele Jahre im Dahliengarten Hamburg blühen…. Und die Farbe Rosa passt: Das ist ja eine Mischung aus Rot und Weiß. Rot für mich natürlich als glühender FC Bayern-Verehrer („Die Rothosen“). Und Weiß? Das ist ja, wie wir inzwischen vom Dahliengarten-Freund, Pater Sepp aus Rom, wissen, die Farbe des Papstes. Eine Vision??? Steht nächstes Jahr eine Dahlie „Papst Benedikt XVI.“ im Dahliengarten Hamburg…..Vielleicht in den Farben des Vatikans: Weiß-Gelb??“  -   Das Projekt „Papst-Dahlie“ ist gestartet…..

Rolf Hofmann
Dahliengarten Hamburg